Bause, Michael "Ohne Titel 02"


Bause, Michael "Ohne Titel 02"

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2015-2016, Papiere, Folien auf Papier, 31 x 22 cm | Wenn sich das Malerische zur Zeit von Michael Bause in den Vordergrund gerückt sieht – nicht vergessen seien seine kleinformatigen Papierarbeiten, auf denen er sich weiterhin in der Kombinatorik von Fundstücken übt -, so verrät sich seine Malerei mit nichts als das unvermittelt behauptete Gestische, das sich selbst genug sein will: die Bezugnahmen auf Musterhaftigkeiten der phänomenalen Welt, die als Umgebung der Bilder fungiert und deren Teil sie zugleich bleiben, sind mitten im Bild. Eingeschlossen in die sich entziehenden Beziehungen der Bildelemente im Vordergrund wie den verdichteten Farbflächen, durch die sich stellenweise übermalte Strukturen durchdrücken. Bezeichnend, dass bei der Bildgestaltung Zufall und Kompositionskontrolle ein spannungsreiches Verhältnis eingehen – Schlieren sind davon ein Ausdruck wie die zerfließenden Farben, die auf den Bildern die Strenge auflösen, und die Übermalungen als geschichteter Hinterlassenschaften wiederholter Korrekturen –: Planbarkeit wird wie Freiheit als Schimäre kenntlich. Entschieden besitzen Bauses Bilder zudem etwas, was sie als unverkäuflich gegenüber jener planen Dekorativität auszeichnet, die auch vielen Bildern anhaftet, die durch eine von ihnen beteuerte Destruktivität zu gefallen versuchen, das von ihnen Angegriffene dabei als umso maßgeblicher bestätigen. Trotz ihrer teils kräftigen Farben, die bis in Signalhafte hineinreichen können und hier und da schrille Kontraste auf weitgehend einfarbigen Oberflächen herstellen, wirken Bauses Bilder auf eigentümliche Weise zurückgenommen. Noch dort, wo man die Farben der einander spannungsreich begegnenden Bildelemente als knallig bezeichnen will, wirken andere Stellen ihnen gegenüber ausgleichend: trotz einzelner wie lackiert wirkender Farbflecken auf stumpfen Feldern will sich nirgends ein glänzender Gesamteindruck vermitteln. Bauses Bilder ziehen den Blick in sich hinein, wenn sie Farbspuren legen, denen nachzugehen zu einer Unfasslichkeit führt. (Text: Nils Plath, Berlin)

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