Coers, Albert "Länderkennzeichen" Portfolio mit 10 Drucken auf PVC-Plane | Domestic Space


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Coers, Albert "Länderkennzeichen" Portfolio mit 10 Drucken auf PVC-Plane | Domestic Space

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2014, Portfolio mit 10 Drucken auf PVC-Plane mit Ösen, Auflage 5, 95 x 70 cm, signiert, Einzelpreis € 400,- | Auf der Suche nach Material für eine Ausstellung im Finnischen Kulturinstitut Berlin stieß Albert Coers auf ein 1985 in Ostberlin erschienenes Wörterbuch der Gebärdensprache Gehörloser. Die Präsenz der Darsteller und das unerwartete Zusammentreffen von Wortbildern in ihrer Anordnung nach dem ABC übten einen starken Reiz aus, vor allem aber die Umsetzung von Begriffen in piktogramm­artige Zeichen, als Alternative zur Lautsprache. Ausgehend vom rätselhaften „Finnland“ wuchs das Interesse für Länderzeichen und den Versuch, in ihnen wiedererkennbare Identität mitzuteilen. Wie beschreibt man mit einer Geste der Hände so etwas Komplexes wie Länder und Nationen? Deutlich ist das Bemühen um Prägnanz, gleichzeitig um Objektivität: So werden Bauwerke angedeutet (Ägypten: Pyramiden), geographische Merkmale wie Himmelsrichtungen (Norwegen), die Umrissgestalt des Landes (Italien, Malta), die Lage am Wasser (Dänemark), Flaggensymbole (Schweiz, Griechenland), die Organisationsform des Staates (Vereinigte Staaten: verschränkte Finger), mit den Fingern gebildete Buchstaben (Venezuela). Im Fall von China wird eine Identifizierung mittels Körpermerkmalen von Bewohnern vermieden, statt dessen auf neutrale Himmelsrichtungen (Osten-Süden) zurückgegriffen. Gleichwohl ist der Ausgangspunkt solcher Richtungs­angaben ein deutsch-europäischer Standort. Ganz ohne kulturell geprägte Typisierungen kommen die Zeichen nicht aus: Kopfbedeckungen, Haar- und Barttrachten (deutsch, Holland, Israel, Türkei, Bulgarien) spielen eine Rolle, Rituale (Indien mit Bemalung der Stirn). Damit repräsentieren bestimmte Gruppen das Land insgesamt. Keine Prägnanz ohne Verallgemeinerung. Einige Zeichen sind ohne Wissen über den Hintergrund ihrer Entstehung heute kaum mehr deutbar („deutsch“: die Pickelhaube, der türkische Fez, der österreichische Doppeladler ...). Das Zeichen löst sich von seinem Ursprung, verselbständigt sich, ein Phänomen, das für jede Art von Sprache charakteristisch ist. Jenseits ihrer Etymologie laden die Bilder zu Assoziationen ein.

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